Sind Sie in die „Mile-Wide-Falle“ geraten?

Wenn der Umsatz Ihres Unternehmens nach einer Phase starken Wachstums plötzlich stagniert, sind Sie möglicherweise in die sogenannte „Mile-Wide-Falle“ geraten. 

Betrachten wir den Fall von Kim (Name geändert), die eine Agentur für Public Relations führte. 

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Kim studierte Marketing und arbeitete anschließend zehn Jahre lang in einer großen Werbeagentur. Dort sammelte sie umfassende Erfahrungen in unterschiedlichsten Marketingdisziplinen – von Public Relations über Werbung bis hin zu Direktmarketing und Social Media. 

Irgendwann entschied sie sich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und eine eigene PR-Agentur zu gründen. 

Dank ihrer Erfahrung und ihres Netzwerks gewann sie schnell einen namhaften Kunden: den Landmaschinenhersteller John Deere. Zunächst organisierte sie regionale Händlerveranstaltungen. Um die steigende Nachfrage zu bewältigen, stellte sie erste Mitarbeitende ein und ihr Unternehmen begann rasch zu wachsen. 

Die Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Deshalb beauftragte John Deere Kim wenig später auch mit der jährlichen Vertriebskonferenz. Wieder lieferte sie hervorragende Ergebnisse. 

Beeindruckt von ihrer Kreativität fragte John Deere schließlich an, ob sie auch Teile der nächsten Werbekampagne übernehmen könne. 

Eigentlich hatte Kim ihre Firma gegründet, um PR-Dienstleistungen anzubieten – nicht Werbung. Doch John Deere war ein wichtiger Kunde. Also sagte sie zu. 

Kurz darauf bat der Kunde sie, einen Blick auf die Unternehmenswebsite zu werfen. Keiner ihrer Mitarbeitenden verfügte über Erfahrung im Webdesign. Kim hingegen hatte während ihrer Zeit in der Werbeagentur bereits entsprechende Projekte betreut. 

Sie wollte ihren Kunden nicht enttäuschen und begann deshalb, immer mehr Aufgaben selbst zu übernehmen. 

Gleichzeitig kümmerte sie sich kaum noch um die Akquisition neuer Kunden. Warum auch? John Deere vergab kontinuierlich weitere Aufträge. Die Agentur wurde immer ausgelasteter – und profitabler. 

Bis zu jenem Tag, an dem Kim ihre monatliche Erfolgsrechnung betrachtete. 

Zum ersten Mal seit Jahren war der Umsatz gegenüber dem Vormonat nicht gewachsen. 

Im nächsten Monat passierte dasselbe. 

Und im darauffolgenden erneut. 

Kim hatte schlicht keine Zeit mehr, zusätzliche Kunden zu gewinnen. 

Ohne es zu merken, war sie in die Mile-Wide-Falle geraten. 

Was ist die Mile-Wide-Falle? 

Die Mile-Wide-Falle entsteht, wenn Sie einige wenige hervorragende Kunden exzellent betreuen. 

Je besser Sie liefern, desto mehr Aufgaben übertragen Ihnen diese Kunden. 

Sie lösen ein Problem nach dem anderen, erweitern Ihr Angebot kontinuierlich und freuen sich über steigende Umsätze. 

Weil diese wenigen Kunden so profitabel sind, erscheint die Entwicklung zunächst wie ein Erfolg. 

Doch schleichend entsteht ein Problem: 

Ihr Unternehmen wird immer breiter aufgestellt, während die eigentliche Expertise weiterhin bei einer einzigen Person konzentriert bleibt – bei Ihnen. 

Sie bieten immer mehr Leistungen an, aber niemand im Unternehmen verfügt über die gleiche Erfahrungstiefe wie Sie selbst. 

Gleichzeitig steigen die Fixkosten mit dem Umsatz. 

Dadurch werden Sie immer abhängiger von einigen wenigen anspruchsvollen Kunden. 

Irgendwann sind alle verfügbaren Stunden Ihres Tages ausgeschöpft. 

Und genau dann passiert etwas Überraschendes: 

Das Wachstum stoppt. 

Sie verbringen Ihre Zeit nur noch damit, das bestehende Geschäft aufrechtzuerhalten – wie ein Hamster im Rad. 

Warum diese Falle besonders gefährlich ist 

Viele Unternehmer erkennen die Gefahr nicht, weil sie durch gute Kunden verursacht wird. 

Schlechte Kunden verursachen offensichtliche Probleme. 

Gute Kunden hingegen fühlen sich wie Erfolg an. 

Doch wenn ein einzelner Kunde immer mehr Leistungen von Ihnen verlangt, entsteht schleichend eine gefährliche Abhängigkeit. 

Genau diese Konzentration auf wenige Kunden gehört zu den Faktoren, die den Unternehmenswert reduzieren. 

Ein Unternehmen wird nicht dadurch wertvoller, dass es für einige wenige Kunden immer mehr Aufgaben übernimmt. 

Es wird wertvoller, wenn es seine Leistungen standardisieren, skalieren und einer größeren Anzahl von Kunden anbieten kann. 

Die entscheidende Frage 

Wenn Sie Ihr Unternehmen heute betrachten: 

Wächst Ihr Unternehmen tatsächlich? 

Oder wächst lediglich die Anzahl der Aufgaben, die Sie persönlich übernehmen müssen? 

Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob Sie ein skalierbares Unternehmen aufbauen – oder ob Sie sich Schritt für Schritt in die Mile-Wide-Falle manövrieren. 


Wie strategisch relevant ist Ihr Unternehmen?

Wenn Sie wissen möchten, wie attraktiv Ihr Unternehmen aus Sicht eines Käufers aufgestellt ist, dann ermitteln Sie Ihren Value Builder Score™.

Er zeigt Ihnen, wie stark Sie in den acht entscheidenden Werttreibern aufgestellt sind – und wo noch Potenzial liegt.

Denn ein hoher Multiplikator entsteht nicht zufällig.

Er wird gebaut.



 
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