Wie Ihr Alter Ihren Exit prägt
Mehr als Branche, Herkunft, Familienstand oder Ausbildung bestimmt Ihr Geburtsjahr, wie Sie Ihren Exit
Ihr Alter hat einen großen Einfluss darauf, wie Sie Ihr Unternehmen sehen – und darauf, wie Sie über den Moment denken, an dem Sie es eines Tages verlassen.
Ein Beispiel: Ein Inhaber einer Boutique-M&A-Beratung lehnt es ab, Mandate von Unternehmern über 70 Jahren anzunehmen.
Seine Erfahrung zeigt, dass Unternehmer in diesem Alter oft so stark persönlich mit ihrem Unternehmen verbunden sind, dass sie es kaum verkaufen können. Nicht selten brechen sie den Verkaufsprozess mitten im Ablauf ab – mit der Begründung, sie wüssten gar nicht, was sie ohne ihr Unternehmen tun sollten.
Auch wenn Verallgemeinerungen – besonders beim Thema Alter – immer mit Vorsicht zu genießen sind, haben sich in der Recherche zu Built to Sell: Creating a Business That Can Thrive Without You einige Muster gezeigt.
Unternehmer im Alter von 25 bis 46
Unternehmer in ihren Zwanzigern und Dreißigern sind in einer Zeit aufgewachsen, in der Jobsicherheit keine Selbstverständlichkeit mehr war. Sie haben erlebt, wie ihre Eltern entlassen oder frühzeitig in den Ruhestand geschickt wurden. Das hat ihre Sicht auf Unternehmen und deren Rolle in der Gesellschaft geprägt – oft mit einer gewissen Skepsis.
Für viele in dieser Altersgruppe ist das Unternehmen ein Mittel zum Zweck. Die meisten gehen davon aus, ihr Unternehmen innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre zu verkaufen.
Ähnlich wie ihre angestellten Altersgenossen, die alle 3 bis 5 Jahre den Job wechseln, erwarten viele dieser Unternehmer, im Laufe ihres Lebens mehrere Unternehmen zu gründen.
Unternehmer im Alter von 47 bis 65
Diese Generation ist in einer Zeit groß geworden, in der der „soziale Vertrag“ zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer als unantastbar galt: Loyalität gegenüber dem Unternehmen im Austausch für Sicherheit, ein gutes Einkommen und eine solide Altersvorsorge.
Viele Unternehmer dieser Generation sehen ihr Unternehmen nicht nur als Gewinnquelle. Sie betrachten es als Teil der Gemeinschaft – und sich selbst als deren Verantwortungsträger.
Für viele fühlt sich der Verkauf ihres Unternehmens wie ein Verrat an ihren Mitarbeitenden und ihrer Umgebung an. Deshalb sind viele CEOs in ihren Fünfzigern und Sechzigern innerlich zerrissen: Sie wissen, dass sie verkaufen müssen, um ihren Ruhestand zu finanzieren – gleichzeitig beschäftigt sie die Frage, was aus ihren loyalen Mitarbeitenden wird.
Unternehmer ab 65+
Ältere Unternehmer sind in einer Zeit aufgewachsen, in der Hobbys als unpraktisch oder sogar unerwünscht galten. Man ging zur Arbeit, während die Ehepartnerin sich um Haushalt und Kinder kümmerte, man aß zu Abend, schaute Nachrichten und ging schlafen.
Ohne Hobbys und mit wenig Identität außerhalb der Arbeit fällt es vielen Unternehmern in ihren späten Sechzigern, Siebzigern oder Achtzigern schwer, sich ein Leben ohne ihr Unternehmen vorzustellen. Deshalb weigern sich viele zu verkaufen – oder erleben nach dem Verkauf eine Phase der Leere oder sogar Depression.
Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Doch häufig gilt:
Mehr als Branche, Herkunft, Familienstand oder Ausbildung bestimmt Ihr Geburtsjahr, wie Sie Ihren Exit – also den vollständigen oder teilweisen Verkauf eines Unternehmens – angehen.
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